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Die Mantikerin

Tarotschule mit Kirsten Buchholzer — Teil 8: Tarot und Ethik

Meine Tarot­schule basiert auf dem Tarot­kurs Basis­wissen der Man­tiker, den mein Mann und ich nun seit über 15 Jahren anbieten. Diesmal geht es um Tarot und Ethik.

Bera­tungs­ethik“: Hinter diesem Begriff ver­birgt sich die schwie­rige Über­le­gung, welche Grenzen ich mir bei meinen Deu­tungen auf­er­lege, um nicht mit meinem Gewissen in Kon­flikt zu kommen. Und zwar sowohl, wenn ich mir selbst die Karten lege, als auch wenn ich jemand anderem Fragen mit Hilfe der Karten beant­worte.

Fragestellung und Ethik

Hältst du es bei­spiels­weise für richtig, die Karten zu nutzen, um dich über die Gefühle einer Person zu infor­mieren, die nichts von dir wissen will? Wür­dest du eine Freundin bezüg­lich einer Ehe­krise beraten? Wie sicher kannst du sein, dass das, was du in den Karten siehst, stimmt? Du merkst: Schon diese unschein­baren Fragen haben es in sich. Über die Kunst der rich­tigen Fra­ge­stel­lung habe ich übri­gens schon geschrieben.

Des­halb ist es so wichtig, dir dazu aus­führ­liche Gedanken zu machen. Und zwar bevor du zu den Karten greifst. Gerade in einer Welt, in der das Deuten mit Hilfs­mit­teln wie Tarot, Astro­logie, Pendel und Chan­ne­ling gesell­schaft­lich wenig akzep­tiert ist, musst du klaren ethi­schen Richt­li­nien folgen. Als Mit­glied des Tarot e.V. und des Deut­schen Astro­logen-Ver­bands habe ich dazu sogar Berufs­ge­löb­nisse unter­zeichnen müssen.

Was ist deine persönliche Beratungsethik?

Doch was nützt die schönste Selbst­ver­pflich­tung durch eine Insti­tu­tion, wenn du dir keine eigenen Maß­stäbe gesetzt und diese ver­in­ner­licht hast? Als ich mit meiner Bera­tungs­ar­beit begann, habe ich mich sehr gern den oben genannten Kodizes ver­pflichtet, doch mir auch meine ganz per­sön­li­chen Regeln gesetzt und schrift­lich fixiert. Im Laufe der Jahre habe ich mir diese Leit­li­nien immer wieder durch­ge­lesen und ange­passt. Denn mit zuneh­mender Erfah­rung werden manche Dinge zu „No Gos“, mit denen man anfangs keine Pro­bleme hatte. Auf der anderen Seite tun sich auch Türen auf, die man zuerst lieber ver­schlossen hielt. Genau dazu möchte ich dich heute anregen.

Wie erstelle ich meinen persönlichen Ehrenkodex?

Ein guter Start beim Erstellen einer eigenen Bera­tungs­ethik ist es, wenn du diesen Artikel jetzt nicht wei­ter­liest und statt­dessen ein­fach unzen­siert notierst, welche Dinge du beim Beraten nicht machen wirst und welche du unbe­dingt errei­chen willst. Weiter oben habe ich dir bereits zwei Fragen vor­ge­stellt, die hier rele­vant sind. Sicher fallen dir schnell wei­tere Do’s and Don’ts ein, die für dich wichtig sind. Falls es dir aller­dings schwer­fällt, ver­setze dich doch mal in die Rolle des Rat­su­chenden. Was möch­test du in einer Bera­tungs­si­tua­tion unbe­dingt erleben, was nicht? Was macht eine seriöse Deu­tung für dicg aus, was nicht? Schreibe all das auf. Dann lies weiter…


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Nachdem du nun deine eigenen Über­le­gungen ange­stellt hast, will ich dir meine natür­lich nicht vor­ent­halten. Sie beruhen auf meinen per­sön­li­chen Erfah­rungen als Bera­terin. Viele finden sich auch in den o.g. Ehren­ko­dizes wieder. Hier eine kurze Zusam­men­fas­sung der wich­tig­sten Punkte.

Mein Ehrenkodex

  • Wer mich um Rat fragt, genießt meinen Schutz und meine volle Auf­merk­sam­keit.
  • Als sub­jek­tive Inter­pretin einer Kar­ten­le­gung habe ich keine per­sön­liche Deu­tungs­ho­heit. Es gibt auch andere wert­volle Deu­tungs­an­sätze.
  • Ich bewerte keine Karte oder andere Sym­bole, mit denen ich arbeite, als ein­seitig «gut» oder «schlecht». Ich bemühe mich, sie als Chancen und Her­aus­for­de­rungen zu sehen.
  • Auch wenn ich Pro­gnosen stelle: Ich lege mich nie auf ein unaus­weich­li­ches Schicksal fest, son­dern ermäch­tige mich und andere zur Eigen­ver­ant­wor­tung und Selbst­be­stim­mung.
  • Ich bewerte andere nicht nach meinen Moral­vor­stel­lungen, son­dern übe mich in Tole­ranz gegen­über anderen Welt­bil­dern und Mei­nungen, solange diese nicht anderen Men­schen gegen­über ver­let­zend sind.
  • Ich achte darauf, meine Aus­sagen bei einer Kar­ten­in­ter­pre­ta­tion auf das zu beschränken, was ich durch die Karten erfahren kann. Wenn meine Infor­ma­tionen aus einer anderen Quelle kommen, benenne ich diese.
  • Men­schen, die von mir beraten werden, ist meine Ver­schwie­gen­heit garan­tiert. Abwer­tende Aus­sagen über nicht Anwe­sende lehne ich ab. Gene­rell sind Aus­sagen über Nicht­an­we­sende, auch über die eigenen Kinder, ein heikles Thema!
  • Ich nutze mein Wissen über die Pro­bleme anderer Men­schen nicht zu meinem per­sön­li­chen Vor­teil und schaffe keine Abhän­gig­keiten.
  • Bei The­men­kreisen, für die ich nicht qua­li­fi­ziert bin, ver­weise ich an pro­fes­sio­nelle Fach­kräfte wie Anwälte, Ärzte, Anla­ge­be­rater oder Psy­cho­logen.

Du willst mehr zu Tarot und Ethik wissen?

Dies sind nur die wich­tig­sten Punkte. Es gibt noch viele wei­tere zu bedenken. Wenn du mir schreibst, schicke ich dir gern einen Fra­gen­ka­talog zur Ethik des Bera­tens, den ich meinen fort­ge­schrit­tenen Schü­lern bear­beite.

Wei­tere Artikel aus der Tarot­schule fin­dest du bei­spiels­weise hier.

Autor: Tarotwissen

I have been working with Tarot and Astrology for many years full-time and self-employed, teaching and counceling. I am also publishing books and articles about spiritual subjects. My main focus is: How to use ancient oracle techniques in our time. Since 2013 I have been president of the German Tarot Association: Tarot e.V. (www.tarotverband.de)

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