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Die Mantikerin

ja nein fragen

Ja Nein Fragen — Geht denn das?

Viele Men­schen, die eine Bera­tung bei mir buchen, stellen mir „ Ja Nein Fragen“ wie: „Werde ich mit ihm zusammen kommen?”, „Werde ich die Rente erhalten?”, „Werde ich den Job bekommen?” Diese ein­deu­tigen „Ja“/„Nein“-Fragen stellen mich stets vor eine beson­dere Herausforderung.

Einer­seits ver­stehe ich das Bedürfnis von Fra­genden, eine klare (und seien wir ehr­lich, unbe­dingt posi­tive) Ant­wort auf ein Her­zens­an­liegen zu erhalten. Ande­rer­seits will ich, da ich nicht all­wis­send bin, nur Ten­denzen, vor­aus­sicht­liche Hin­der­nisse oder för­dernde Umstände bezüg­lich einer Situa­tion mit Hilfe der Karten erkennen. 

Denn durch eine ein­deu­tige Ant­wort wird den Fra­genden die Mög­lich­keit genommen, das eigene Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Daher bin ich der festen Über­zeu­gung, dass eine Frage nach dem „Wie ist mein Ziel zu errei­chen?“ bei einem Pro­jekt oder Wunsch wesent­lich hilf­rei­cher als eine kon­krete Ja/Nein-Ant­wort ist. Nor­ma­ler­weise erar­beite ich dann auch eine lösungs­ori­en­tiere Fra­ge­stel­lung, bevor ich die Karten mische.

Die Kunst der richtigen Fragestellung

Im Rahmen meiner man­ti­schen Tarot­schule habe ich einen län­geren Artikel dar­über ver­fasst, welche Fragen an die Karten sinn­voll sind und welche deine see­li­sche oder irdi­sche Wei­ter­ent­wick­lung eher behin­dern. Auch auf You­Tube haben mein Mann ROE und ich ein Video dazu gemacht. Viel­leicht schaust du auch ein­fach mal auf der Seite des Tarot­ver­bands vorbei. Alle Mit­glieder, so auch ich, haben näm­lich den dort ver­öf­fent­lichten Ehren­kodex des Ver­eins unter­zeichnet, der sich mit den ethi­schen Themen rund um das Kar­ten­legen aus­ein­an­der­setzt und sich auch zu ein­deu­tigen Kar­ten­aus­sagen klar positioniert.

Den­noch — und das ist das etwas Schi­zo­phrene — ist es meine Erfah­rung, dass jede Kar­ten­le­gung – ob nun auf­grund einer geschlos­senen oder offenen Fra­ge­stel­lung aus­ge­legt – auch immer eine Ja/Nein-Ant­wort, also ein „eher nicht“ oder „unbe­dingt“, bereit­hält, zumeist in der Ergeb­nis­karte. Ich halte es also für durchaus mög­lich, „Ja“ oder „Nein“ aus einer Kar­ten­le­gung abzu­lesen. Auch andere Kartenleger/innen haben das natür­lich erkannt. So ent­stand bei­spiels­weise das Ent­schei­dungs­spiel, das bei einer Ent­we­der/Oder-Fra­ge­stel­lung jeweils eine Karte für „Nein/Entweder“ oder „Ja/Oder“ ver­wendet, um dann aus den beiden gezo­genen Bil­dern den „bes­seren“ Weg abzu­leiten. Auf der sehr schönen Seite von Feu­er­funke kannst du dieses System nach­lesen.

Ja Nein Fragen“ richtig gestellt mit Tarot und Orakelkarten

Ich bin aller­dings auch keine Hei­lige und kenne die Begierde, die Resul­tate einer meiner Hand­lungen im Voraus bestä­tigt zu bekommen. Schließ­lich ist es nur allzu mensch­lich, wissen zu wollen, ob etwas, was man sich vor­ge­nommen hat, rea­li­siert werden kann oder sich eine lang gehegte Hoff­nung end­lich erfüllt. Daher war ich sehr froh, als ich auf die Lege­weise stieß, die ich heute vor­stellen möchte. Ich gehe davon aus, dass du dir gut über­legst, auf welche Fragen du auch ein „Nein“ ertragen können, bevor du zu den Karten greifst. Denn dies kann bei einer Ja/Nein-Legung immer geschehen.

Das Legesystem „Ja oder Nein“

Das Lege­sy­stem „Ja“ oder „Nein“ wurde mir von einer ehe­ma­ligen Freundin vor­ge­stellt. Die ver­spielte Legung eignet sich her­vor­ra­gend zur schnellen Beant­wor­tung einer bren­nenden Frage und funk­tio­niert sowohl mit Tarot als auch mit sämt­li­chen Orakelkarten.Noch besser: Der oder die Fra­gende muss sich nicht einmal auf die Kunst der Kar­ten­deu­tung ver­stehen, um bei dieser Lege­weise eine klare Aus­sage zu erhalten. Sie eignet sich daher her­vor­ra­gend für Anfänger. Aber natür­lich auch für Profis ist aus­sa­ge­kräf­tiger Spaß vorprogrammiert.

Bereits beim Mischen stellt diese Legung her­kömm­liche Vor­ge­hens­weisen auf den Kopf. Die 78 Tarot- oder 36 Ora­kel­karten werden näm­lich auf dem Tisch oder Boden mit beiden Händen ordent­lich „durch­ge­rührt“, damit sie sich sowohl „richtig“ als auch „ver­kehrt“ drehen können, bevor sie wieder zu einem ver­deckten Stapel zusammen geschoben werden. Bei Kar­ten­decks, deren nur nach einer Seite aus­ge­rich­teten Rück­seite keine umge­drehten Karten zulassen, musst du dich dann ent­scheiden, was für die Befra­gung als „oben“ und als „unten“ gelten soll. 

Aber auch anson­sten soll­test du  dir vorab klar dar­über sein, welche Seite für dich die „auf­rechte“ ist. Im näch­sten Schritt wird nun ein­fach aus­ge­zählt: Bei Tarot wird jede 13. Karte, also Num­mern 13, 26, 39, 52, 65, und 78, aus dem Stapel her­aus­ge­zogen und unauf­ge­deckt auf den Tisch gereiht. Bei Ora­kel­karten wird jede 6. Karte (Num­mern 6, 12, 18, 24, 30 und 36) aus dem Stapel genommen. Stellst du am Ende des Aus­zäh­lens fest, dass du dich ver­zählt hast, ist die Aus­lage als ungültig zu betrachten und muss noch einmal von vorne begonnen werden. Anson­sten werden die aus­sor­tierten Karten nun umge­dreht. Ob die Ant­wort auf deine Frage ja oder nein lautet, ergibt sich wie folgt:

5 oder 6 Karten auf­recht: ein klares Ja
3 oder 4 Karten auf­recht: ein ein­ge­schränktes Ja
2 oder 3 Karten auf­recht: eher Nein
0 oder eine Karte auf­recht: ein klares Nein

Hier kannst du die Legung bereits beenden. Du kannst aber auch die gezo­genen Karten inter­pre­tieren, um den Grund für das Ja oder Nein zu erfahren.

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Ergän­zung auf Rück­frage einer Blog­le­serin: 3 auf­recht zu 3 umge­dreht wäre eine Pat-Situa­tion. Ich würde das als ein „Viel­leicht“ deuten. Wichtig wäre hier jetzt die genau Ana­lyse der ein­zelnen Karten, um zu erkennen, wie aus einem Viel­leicht etwas Ein­deu­tiges werden könnte.

Autor: Tarotwissen

Intro: Kirsten has been a full-time Tarot and Astrology practitioner since the early 2000s, counselling, teaching and meanwhile blogging. Her main focus is: How can ancient oracle techniques help us in our modern times. Since 2013 she has been president of the German Tarot Association: Tarot e.V