Tarotwissen

Tarot, Astrologie, Stadterspürung

7. Dezember 2017
von Tarotwissen
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Adventskalender 2017 – geheimnisvoll und künstlerisch

Kleine Randnotiz: Zwei Tipps von mir zur Steigerung der Vorweihnachtsfreude!

  1. Alljährlich präsentiert Tarot- und Astrologieexpertin Monika Schanz für die Mitglieder des Tarot e.V. und andere Interessierte einen liebevoll gestaltetet Tarot-Adventskalender auf unserer Vereinsseite bei Facebook. Unserer? Ja, du liest richtig. Monika und ich sind Vorstandsmitglieder des Tarot e.V.. Ich bin die Vorsitzende, sie die Schatzmeisterin. Gemeinsam betreuen wir „nebenbei” dessen Facebookseite.
  2. Neu dieses Jahr ist ein kostenloser Online-Kurs der frisch gegründeten Geheimnisakademie. Nach Registrierung für den Kurs erfährst du Spannendes zu den Losnächten. Der Kurs wurde von den Stadtspürern ins Leben gerufen. Auch ich bin an seiner Entwicklung beteiligt, wie auch am Kurs Raunächte, für den du dich gegen kleines Geld ebenfalls anmelden kannst.

Ich wünsche dir eine großartige Adventszeit!

6. Dezember 2017
von Tarotwissen
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Rendezvous mit meinem Künstler – Legung für mehr Selbstausdruck

„Jeder freie Mensch ist kreativ. 
Da Kreativität einen Künstler ausmacht, 
folgt: Nur wer Künstler ist ist Mensch. 
... Jeder Mensch ist ein Künstler.“
Joseph Beuys

Kunst – was ist das überhaupt? Eine Frage, die sicher schon Steinzeitmenschen auf der ersten Höhlenzeichnungs-Vernisage hitzig debattierten: „Kunst kommt von Können und bedarf des ernsthaften Studiums bis hin zur Meisterschaft,“ riefen die Intellektuellen unter ihnen, während sie die Strichführung der Rüsseldarstellung genauer inspizierten. „Ach was, Kunst entspringt dem menschlichen Urtrieb nach kreativem Selbstausdruck und bedarf keiner (Ver)bildung,“ konterten die Gefühlsmenschen, ergriffen von der Leidenschaft, mit der der Rüsselschwung in Szene gesetzt worden war….

An diesem Streit hat sich bis heute kaum etwas geändert. Einig scheinen sich die beiden Lager nur darin zu sein, dass Kunst vom Menschen geschaffen wird und keinem bestimmten praktischen Zweck dienen muss.

Die Autorin und Filmemacherin Julia Cameron hat sich schon lange auf die Seite der Kunst-ist-Selbstausdruck-Verfechter geschlagen. Ihr Buch Der Weg des Künstlers ist seit Jahrzehnten Pflichtlektüre von Kunststudenten und Thema zahlreicher Workshops zur Steigerung der eigenen Kreativität. Der darin beschriebene 12-Wochen-Kurs soll helfen, Ängste und Angewohnheiten – verborgene Wünsche, Wut, Neid, Perfektionismus – abzubauen, die dem Ausbau der eigenen Schöpferkraft – und somit laut Cameron der eigenen Berufung – im Wege stehen. Denn für sie ist das Schaffen von Kunst das in uns, was uns spirituelle Lektionen lehrt, uns eigentlich erst wirklich menschlich macht.

Um die eigene Schaffenskraft zu befreien, schwört Cameron auf zwei Grundtechniken:

  1. Die „Morgenseiten“, die angehende Künstler täglich zu schreiben haben: genau 3 handgeschriebene DIN A4 Blätter voll mit allem, was einem gerade durch den Kopf geht. Dabei darf der Stift nicht abgesetzt werden, Nachdenken und ins Reine schreiben sind verboten. Vielmehr soll man sich alle Emotionen von der Seele schreiben, die der Kreativität im Wege stehen. Auf dem Blatt sind sie zwar nicht verschwunden, aber es fällt leichter, von ihnen Abstand zu nehmen.
  2. Die „Künstlerverabredungen“: Man geht einmal pro Woche alleine aus oder beschäftigt sich auch daheim mit etwas Interessantem, etwas das man sich sonst nicht gönnt und Spaß bereitet. Dies soll die eigene Inspiration fördern, denn – so Cameron – nur ein zufriedener Mensch kann Ideen produzieren und verwirklichen.

Auch wenn ich selbst nicht wirklich von diesen Anweisungen überzeugt bin, haben sie auch mich inspiriert. Als ich die Morgenanweisung las, kam mir nämlich das Ziehen von Tageskarten in den Sinn, das (nicht nur) am Anfang vieler Tarotausbildungen steht. Dieses Morgenritual dient zwar nicht unbedingt zum „Dampfablassen“, aber zur Schulung der Intuition und Ausdruckskraft beim Kartenlegen.

Wie wäre es, dachte ich, Camerons Verabredung mit dem Künstler in ein Legesystem umzuwandeln, das bei der Umsetzung persönlicher künstlerischer Ambitionen – egal ob der berühmte schlummernde Roman, das abstrakte Gemälde oder die Rolle des eigenen Lebens – unterstützend eingesetzt werden kann?
Gesagt, getan. Es entstand die Legung

Rendezvous mit meinem Künstler:

Das System basiert auf der Karte „Der Magier“ in der Version von Arthur E. Waite und Pamela Colman-Smith. Traditionell gilt dieser dem Merkur zugeordnete Trumpf als Aufruf zum Selbstausdruck und kann daher gut als Signifikator für den „inneren Künstler“ fungieren. Die Positionen leiten sich aus den auf dieser Karte dargestellten Symbolen der 5 Elemente ab:

Karte stammt aus dem „Borderless RWS Tarot“ (public domain)

1. Zauberstab (Höheres Selbst): Was in mir sehnt sich nach Ausdruck?
2. Münze (Erde): In welcher Form möchte sich mein persönliches Kunstwerk manifestieren?
3. Kelch (Wasser): Welche emotionale Haltung nehme ich ein, um den künstlerischen Prozess in Fluss zu bringen?
4. Schwert Luft): Welche Hintergrundinformation unterstützt mich bei der Arbeit?
5. Stab (Feuer): Wie beginne ich mit dem Projekt?

 

 

Als bald darauf meine Freundin Hedda darüber klagte, sie wäre auch gern „so kreativ wie ich,“ bot sich eine hervorragende Gelegenheit, mit der neuen Auslage zu experimentieren. Ich drückte ihr ein Waite-Smith-Deck in die Hand und bat sie ohne groß nachzudenken einfach 5 Karten zu ziehen – mit folgendem Ergebnis:

Praxisbeispiel zur Legung „Rendezvous mit meinem Künstler“ mit dem RWS Tarot (© Königsfurt-Urania Verlag)

 

Dem Ansatz Julia Camerons folgend, dass intellektuelle Tätigkeit den Beginn künstlerischen Selbstausdrucks im Keim ersticken kann, beschloss ich, mich aus der Interpretation herauszuhalten und die Nicht-Tarotistin Hedda ihre Antwort selbst finden zu lassen.

„Mässigkeit,“ las sie laut vor, während sie den Engel mit den roten Flügeln auf Trumpf XIV betrachtete. „Na, das klingt aber ganz schön nach Mittelmaß,“ fuhr sie fort – enttäuscht. „Ich soll meine Mittelmäßigkeit zu Worte kommen lassen? Wen interessiert denn so etwas?“ „Naja“, wandte ich trotz meiner guten Schweigevorsätze ein, „immerhin ist da ein ziemlich imposanter Engel drauf abgebildet – vielleicht möchte der doch eher zu Worte kommen? Gibt es zurzeit etwas in deinem Leben, was mit Mäßigung oder Maßhalten zu tun hat?“

Hedda wurde rot. „Hm,“ grummelte sie, „letzte Woche hat mir mein Arzt gesagt, dass ich unbedingt abnehmen muss. Aber das kann ja nicht gemeint sein, oder?“ „Auf den ersten Blick hat das tatsächlich nicht viel mit Selbstausdruck zu tun, andererseits repräsentiert der Engel auch den Seelenführer oder Schutzengel und möchte sich vielleicht auf diese Art Gehör verschaffen. Schließlich hat schöpferischer Selbstausdruck sehr viel damit zu tun, wie wir uns fühlen. ‚Ballast’ abzuwerfen könnte also ein erster Schritt zur Kreativität sein.“

Hedda war dieser Interpretation erst einmal nicht abgeneigt. Wir wandten uns daher den weiteren Karten zu. Beim Ass der Kelche als „Form gebende“ Karte des Projekts kam ihr sofort ihre Liebe zur Oper in den Sinn. „Der sieht aus wie der Gral in Parzival,“ meinte sie. Konnte Gesang ihr vielleicht mehr Selbstausdruck verleihen? In der Tat hatte sie schon oft mit dem Gedanken an Gesangsunterricht gespielt, aber sich nie getraut, weil sie ungern ausgelacht werden wollte.

Die 10 Schwerter als emotionaler Ratschlag machten ihr und mir allerdings deutlich, dass solche Gedanken nicht gerade hilfreich, sondern eher schädlich wären. So würde sie nie den „Klangstrom“ erreichen, der alle 3 bisher gezogenen Karten wie ein Leitmotiv durchfloss. Bezüglich der nützlichen Hintergrundinformation kam Hedda beim Anblick der 5 Stäbe sofort der Austausch oder Wettstreit mit anderen in den Sinn. Sollte sie endlich mal die Aufnahmeprüfung in einem Chor wagen, dem sie sich sehr gern anschließen würde? Was aber, wenn sie abgelehnt werden würde? Ein Gedanke, der ihr beim betrachten der 5 Schwerter – die Karte des Beginns – sofort durch den Kopf schoss. „Der kuckt so fies!,“ meinte sie, „man wird mich auslachen.“

„Und wenn schon,“ ermutigte ich sie, „auf der Karte sieht man doch deutlich, dass der, der verspottet wird, am Ende der ist, der Trost erfährt. Und – in der 5 wie auch in der 10 Schwerter geht es sehr oft darum, Gedankenmantren abzulegen, die uns in einer Angelegenheit hinderlich sind. Einfach einen Neuanlauf machen ist oft eine gute Taktik.“ Bald darauf musste Hedda aufbrechen, offensichtlich nicht wirklich überzeugt. Aber die Bilder vom „mäßigenden Engel“ und dem überfließenden Stimm-Gral ließen sie nicht mehr los. Einige Wochen später überwand sie ihre Angst und stellte sich der Gesangsprüfung… Das ist nun schon länger her. Jetzt tritt sie gerade im Weihnachtsoratorium auf. 15 Kilo leichter als früher.  Und sie singt wie ein Engel.

2. November 2017
von Tarotwissen
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Hamburg ist eine Stadt des Stiers

Am Montag ist es wieder soweit. Ich starte zu meiner dritten Vollmond-Tour durch Hamburg. Seit Mitte diesen Jahres beschäftige ich mich damit, für die Stadtspürer Kraftorte in unserer schönen Hansestadt aufzufinden, die den Qualität der zwölf Tierkreiszeichens entsprechen. Zu jedem Vollmond stelle ich dann das Zeichen vor, in dem der Mond gerade zu sehen ist. Dies ist immer das sogenannte „Gegenzeichen“ zu dem Tierkreiszeichen, durch das die Sonne in diesem Monat aus unserer Sicht hier auf der Erde gerade „läuft“. Zur Zeit „steht“ – wie wir Astrologen sagen – die Sonne im Zeichen Skorpion. Der Vollmond am frühen Samstag Morgen (4.11.2017) findet daher im Stier statt. Dieses Zeichen liegt im Tierkreis dem Skorpion gegenüber.

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11. Oktober 2017
von Tarotwissen
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Mystisches Hamburg – Etappenziel erreicht!

Die Handelstadt Hamburg und Spiritualität – geht das überhaupt? Aber klar! Hier habe ich anläßlich des Launches unserer Stadtführung „Mystisches Hamburg“ bereits darüber berichtet.

Seit April 2017 findet die Tour nun fast jeden Samstag statt und es gibt Grund zum Feiern: Gestern wurden zwei Touren zum ersten Mal ausgebucht. Das motiviert zu neuen Taten und neuen Konzepten für 2018.

Falls du Interesse hast, auch einmal Hamburg von einer ganz anderen Seite kennenzulernen: Treffpunkt unserer mystischen Führung ist immer der Domplatz nahe der St. Petrikirche. Dass hier Hamburg mit der Hammaburg seinen Ursprung fand ist nur wenigen Menschen geläufig. Wie es dazu kam und noch vieles mehr berichte ich dir gern, wenn du mal vorbei schaust.

Kirsten Buchholzer, Hamburger Stadtspürerin, freut sich darauf, mit dir das mystische Hamburg zu erforschen

30. Juli 2017
von Tarotwissen
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Der Weg der Tugend im Tarot – Drei der Stäbe

1818 schuf der deutsche Maler Casper David Friedrich – ein Vorreiter der romantischen Bewegung – sein großartiges Gemälde Wanderer über dem Nebelmeer.

Die 3 Stäbe im Waite-Smith Deck. © www.koenigsfurt-urania.com

Knapp 100 Jahre später nutzte Pamela Coleman-Smith ein sehr ähnliches Motiv, um Arthur E. Waites Gedanken zur Tarotkarte Drei der Stäbe bildlich umzusetzen. Die Übereinstimmungen sind frappierend: Auf beiden Bildern sehen wir eine Gestalt, die einsam auf einer Anhöhe stehend über ein Meer blickt – eines aus Luft, das andere aus Wasser. Auf beiden nimmt sie eine zentrale, den Fluchtpunkt verdeckende Position ein und wendet uns dabei den Rücken zu. Dies ist keineswegs Zufall: In seinem Bilderschlüssel des Tarot vermerkt Waite, dass der Mann auf der Karte von hinten zu sehen sein soll.

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