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Tarotschule mit Kirsten Buchholzer — Teil 3: Tageskarten ziehen

Aktua­li­siert

Im Teil 3 meiner unre­gel­mä­ßigen Tarot­schule liest du, wie du wie du das Tages­kar­ten­ziehen angehst. Alle Blog-Texte meiner Tarot­schule basieren auf dem Tarot­kurs Basis­wissen der Man­tiker.

Es ist ein typi­scher Tarot-Anfän­ger­fehler, sich ohne viel Erfah­rung an Lege­sy­steme mit auf­re­genden Namen und vielen Karten zu wagen. So bei­spiels­weise an das beliebte „Kel­ti­sche Kreuz“, die „Hohe­prie­sterin“ oder ein aus­führ­li­ches Bezie­hungs­spiel. Schnell haben Tarot­be­gei­sterte so Pro­bleme mit der Zusam­men­schau der Karten und ver­lieren die Lust am Ora­keln. Hier hilft die bewährte Regel: Weniger ist mehr! Warum nicht ein­fach mal mit Tages­karten beginnen? Sicher, es mag viel span­nender sein, einer Legung zu ent­locken, wann der Her­zens­mann anruft oder ob es dieses Mal end­lich mit der Liebe klappt. Aber was nutzt die schönste Lege­weise zu diesen Themen, wenn wir dann die aus­lie­genden Karten ledig­lich hilflos betrachten?

Außerdem bedeutet Tages­kar­ten­ziehen viel mehr, als ein­fach nur das eigene Lege-Voka­bular zu erwei­tern. Die täg­liche Aus­ein­an­der­set­zung mit den Karten trägt zur Fokus­sie­rung inner­halb des hek­ti­schen All­tags und zur Selbst­er­kenntnis bei. Es trai­niert die Intui­tion und hilft uns, von fest gefah­renen Lege­mu­stern weg­zu­kommen, viel­leicht sogar unsere eigenen Lege­sy­steme zu ent­wickeln. Ein inter­es­santer Neben­ef­fekt – das Ziehen von Tages­karten wider­legt die Behaup­tung, man müsse nur lange genug Tarot­karten ziehen, um jede einmal in der Hand gehabt zu haben. Wer es einmal selbst aus­pro­biert hat weiß, dass die gezo­genen Karten immer um ein Grund­thema kreisen, dass es der­zeit im Leben zu bear­beiten gilt. Ich expe­ri­men­tiere schon seit vielen Jahren mit kurzen Tages­le­gungen – wobei ich neben Experten wie Lilo Schwarz, Johannes Fiebig, Ale­jandro Jodo­rowsky und vielen anderen mehr in bester Gesell­schaft bin – und habe dabei manch eine der 78 Karten noch nie in Händen gehalten.

Effektiver Schnelleinstieg ins (Tarot)kartenlegen

Zwei ver­schie­dene Vor­ge­hens­weisen haben sich bei dieser Praxis durch­ge­setzt:

A) Nimm dir jeden Morgen Zeit und Ruhe, die Karten in der dir gewohnten Weise zu mischen und eine zu ziehen. Keine Frage ist nötig, doch wenn dich etwas bezüg­lich des bevor­ste­henden Tages bewegt, kannst du gern eine for­mu­lieren. Lass das gezo­gene Bild auf dich und berück­sich­tige mög­lichst viele Bedeu­tungs­ebenen – kon­krete Ereig­nisse, Begeg­nungen, Nach­richten, Stim­mungen. Viel­leicht notierst du auch deine Ein­drücke in einem Kar­ten­ta­ge­buch. Idea­ler­weise über­prüfst du abends, ob deine Deu­tung für dich rück­schauend stimmig war oder ergänzt, was sie für dich tat­säch­lich bedeutet hat.

B) Auch hier ziehst du mor­gens eine Karte, doch lässt du sie außer­halb des Sta­pels umge­dreht liegen. Betrachte sie erst abends und über­lege, wie du den ver­gan­genen Tag in ihr wie­der­fin­dest. So können dir als negativ emp­fun­dene Bilder nicht den Tag ver­derben oder beson­ders gern gezo­gene Karten zu hohe Erwar­tungen wecken. Die Vor­ge­hens­weise ist daher beson­ders dann zu emp­fehlen, wenn etwas Wich­tiges ansteht: ein Bewer­bungs­ge­spräch, ein Blind Date oder ein Besuch beim Zahn­arzt. Es ist etwas ganz anderes, ob du einen sol­chen Tag mit der Zie­hung des Turms beginnst oder ob du dich abends ent­spannt mit den posi­tiven und nega­tiven Aspekten dieser Karte aus­ein­an­der­setzen kannst. Aller­dings trai­niert diese Vor­ge­hens­weise das Auf­stellen von Pro­gnosen weniger als die erste Vari­ante.

Natür­lich kannst du auch meh­rere Tages­karten ziehen. Wenn du dich für die ver­schie­denen Aus­la­gen­schwer­punkte (kon­kret, psy­cho­lo­gisch, spi­ri­tuell) mit 1, 2 oder 3 Karten inter­es­sierst, könnte für dich Das große Buch der Tarot-Lege­mu­ster von J. Fiebig und E. Bürger ebenso inter­es­sant sein wie Ale­jandro Jodo­row­skys Mei­ster­werk Der Weg des Tarot. Beson­ders gut gefällt mir dir die Vari­ante „Mit Tarot auf­stehen – Mit Tarot schlafen gehen” aus Selbst­coa­ching mit Tarot von Lilo Schwarz vor­stellen.

Die Auslage sieht folgendermaßen aus

Tarotauslage

Lilo Schwarz Lege­sy­stem “Mit Tarot auf­stehen, mit Tarot schlafen gehen”

Geschickt ver­bindet Lilo die beiden oben vor­ge­stellten Methoden mit­ein­ander und legt den Fokus auf ein inneres Stim­mungs­bild der oder des Fra­genden. Außerdem ergänzt sie die Karte für den Tag (Posi­tion 1) mit einem Rat­schlag zur emp­foh­lenen Ver­hal­tens­weise bis zum Abend (Posi­tion 2). Zusätz­lich zur Abend­karte (Posi­tion 3) wird noch dazu auf­ge­for­dert, eine beson­dere Erkenntnis aus dem Tages­ge­schehen zu ziehen (Posi­tion 4). Dabei lässt es Lilo offen, ob wir alle vier Karten gleich­zeitig oder zwei am Morgen und zwei am Abend ziehen.

Pro­bier es ein­fach mal aus.

Autor: Tarotwissen

I have been working with Tarot and Astrology for many years full-time and self-employed, teaching and counceling. I am also publishing books and articles about spiritual subjects. My main focus is: How to use ancient disciplines in our modern times. Since 2013 I have been president of the German Tarot Association: Tarot e.V. (www.tarotverband.de)

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