Tarotwissen

Tarot, Astrologie, Stadterspürung

Das Planetenspiel – Kartenauslage mit astrologischen Bezügen

Immer mehr Astrologen arbeiten auch mit den Tarotkarten. Darüber freue ich mich als Vorsitzende des Tarot e.V. natürlich sehr. Damit auch immer mehr Tarot-Interessierte Zugang zut Astrologie finden, hat der berühmte, leider viel zu früh verstorbene Tarot Experte Hajo Banzhaf  „Planetenspiel“ erfunden. Damit ist nicht das historische Glückspiel für 6 Personen gemeint, sondern ein Auslagesystem, das keiner konkreten Fragestellung bedarf. Ich nutze es am liebsten dazu, der Ursache eines Symptoms auf die Spur zu kommen oder als Hinweis darauf, welcher Planet in einer Beratung besonders in den Fokus genommen werden sollte, um Lösungsansätze zu entwickeln. Auch kann die Legung ein Bild der eigenen Planetenkonstellationen nahe zu bringen.

Als Astrologin überraschen mich immer wieder die Parallelen zwischen Kartenbildern und Geburtshoroskop bei Fragenden oder ihren derzeitigen Transiten. Die Auslage, die mich sehr an Da Vincis berühmte Skizze Vitruvianischer Mann erinnert, sieht aus wie folgt:

Planetenspiel – Tarot-Legesystem entworfen von Hajo Banzhaf

Diese mit etwas Fantasie auch im Planetenspiel dargestellte Figur – Arme ausgebreitet und Beine gespreizt – besteht dann aus dem kopflastigen Denkergespann Merkur (Position 3 = Sprachorgan) und Uranus (Position 8 = Gehirn) sowie dem Aszendenten (Position 1 = Körpermitte). Diese drei Positionen können als die Kommunikationszentrale nach Außen beschrieben werden.

Die Gliedmaße sind wie folgt aufgeteilt: Die rechte Seite, die die „aktiven“ Planeten beherbergt, besteht aus der willensstarken Sonne (Position 2) als aktiven Arm und dem tatendurstigen Mars (Position 7) als ausführende Hand. Das erdende rechte Bein wird durch den Grenzen setzenden Saturn (Position 6), der Bremsfuß durch den machtvollen Pluto (Position 11) repräsentiert. Die empfangende linke Seite ist im Arm durch den träumerischen Mond (Position 4), in der Hand durch die sinnliche Venus  (Position 9) vertreten. Das dazugehörige (Spiel)Bein wird durch den ausschreitenden Jupiter (Position 5) und der Fuß durch den entgrenzenden Neptun (Position 10) dargestellt.

Mit diesem System lässt sich gut erkennen, wo bezüglich einer Fragestellung gerade etwas im Ungleichgewicht ist und wie sich das eventuell auf Seele, Geist und Körper auswirkt. Oder es zeigt, wo alles prinzipiell (bei Fragen zu den angeborenen Anlagen) oder gerade (bei Fragen zur aktuellen Zeitqualität) gut ausbalanciert ist. Gleichzeitig verweisen die eher persönlichen Planeten Sonne, Mond, Merkur, Mars und Venus auf Energien, bei denen die Möglichkeiten zur Selbstbestimmung der Frager besonders ausgeprägt sind. Durch die langsamer laufenden Planeten Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto werden eher Erfahrungen und Erlebnisse widergespielt, denen Fragende nicht unbedingt ausweichen, aber deren Umsetzung sie völlig individuell und kreativ gestalten können.

Hajo Banzhaf nennt folgende Stichworte für die einzelnen Positionen, die Sie als Astrologin oder Astrologe aber natürlich beliebig verändern können:

1 – Aszendent: Spontane Reaktion, Wirkung auf Umfeld, Erscheinungsbild
2 – Sonne: Wesenskern, Identität, Bewusstsein

3 – Merkur: Kommunikationsstil, Gedanken, Verstand
4 – Mond: Gefühl, Instinkte, Unbewusstes
5 – Jupiter: Sinnfindung, Ideale, Glauben, Glück, Fülle

6 – Saturn: Gewissen, Grenzen, Verantwortung, Struktur, Mangel, Angst
7 – Mars: Durchsetzungskraft, Kampfstil, Aggressivität, Betätigungslust, Sexualität
8 – Uranus: Individualität, Originalität, Unabhängigkeitsdrang, Revolution
9 – Venus: Liebesideale, Harmoniestreben, Hingabe, Erotik, Schönheitssinn, Luxus
10 – Neptun: Spiritualität, (Sehn)süchte, Visionen
11 – Pluto: Machtstreben, Wandlung, Obsession, Tabus, Krisen

Willst du mehr über dieses System erfahren? Dann stelle mir deine Fragen odern fordere bei mir eine Beispielslegung an.

Kirsten Buchholzer, 2015 für die Sternenbotschaft des Deutschen Astrologen-Verbands